Warum man von Anwendungsfällen ausgehen sollte, nicht von der Technologie
Das häufigste Risiko in einem KI-Adoptionsprojekt ist, von der Technologie auszugehen — „wir wollen Joule-Agenten“ — statt vom Prozess. Aber der Wert eines Agenten bemisst sich am Prozess, den er befreit, nicht an der Plattform, auf der er läuft.
Dieser Leitfaden führt durch die vier Bereiche, in denen Agenten auf SAP Joule heute konkreten, messbaren Wert schaffen: Finance, HR, Procurement und Supply Chain. Für jeden Bereich gilt dasselbe Kriterium: Aufgaben mit hohem Volumen, klare Regeln, Daten bereits in SAP.
Finance: Buchabschluss und Abstimmungen
Der Buchabschluss ist eines der am häufigsten genannten Beispiele in SAPs offiziellen Anwendungsfällen für von Claude angetriebene Joule-Agenten. Es ist ein wiederkehrender Prozess mit definierten Regeln, der jeden Monat qualifizierte Zeit des Finance-Teams bindet.
Ein auf Finance spezialisierter Agent kann Datenerfassung, routinemäßige Abstimmungen und Berichtsvorbereitung übernehmen und dem Team die Überprüfung und die Ausnahmen überlassen — die Fälle, die wirklich menschliches Urteilsvermögen erfordern. Die freigewordene Zeit ist die, die heute in mechanische, sich wiederholende Tätigkeiten fließt, nicht in Analyse.
HR: wiederkehrende Anfragen auf SuccessFactors
Wiederkehrende HR-Anfragen — Urlaub, Freistellungen, grundlegendes Onboarding — sind ein weiteres direktes Beispiel, das SAP nennt. Es sind Prozesse mit hohem Volumen und geringer Entscheidungskomplexität: Die Regel ist fast immer klar (verfügbare Tage, Unternehmensrichtlinie), es muss nur korrekt und schnell ausgeführt werden.
Ein HR-Agent auf SuccessFactors bearbeitet diese Anfragen autonom, innerhalb der konfigurierten Richtlinien, und befreit das HR-Team für Fälle, die wirklich menschliche Aufmerksamkeit brauchen — einen Konflikt, eine Ausnahme, eine heikle Situation.
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Procurement: Bestellumleitung auf Ariba
Die Umleitung von Bestellungen an Lieferanten bei unvorhergesehenen Ereignissen — eine Verzögerung, ein Lagerengpass, ein Qualitätsproblem — ist ein Beispiel, das SAP explizit nennt. Es ist ein Prozess, bei dem die Reaktionsgeschwindigkeit genauso zählt wie die Entscheidung selbst: Je mehr Zeit zwischen Problem und Reaktion vergeht, desto höher die Kosten der Unterbrechung.
Ein Procurement-Agent auf SAP Ariba kann den Bestellstatus überwachen, das unvorhergesehene Ereignis identifizieren und die Umleitung zu einem alternativen Lieferanten vorschlagen oder ausführen, innerhalb der bereits vom Unternehmen definierten Genehmigungsregeln.
Supply Chain: Echtzeitreaktion auf Störungen
Supply Chain ist naturgemäß der Bereich, in dem Störungen die Norm sind, nicht die Ausnahme. Ein auf diesen Bereich spezialisierter Agent überwacht Signale aus mehreren Quellen — Bestand, Logistik, Lieferanten — und kann reagieren, bevor ein lokales Problem zu einer nachgelagerten Blockade wird.
Hier zeigt sich der Wert der Multi-Agenten-Architektur von Joule deutlich: Der Supply-Chain-Agent kann mit dem Procurement-Agenten (über A2A) zusammenarbeiten, um ein Problem zu lösen, das mehrere Funktionen betrifft, ohne dass eine Person manuell zwischen den beiden Abteilungen vermitteln muss.
Wie man den ersten Anwendungsfall wählt
Man muss nicht mit allen vier Bereichen gleichzeitig beginnen. Das richtige erste Projekt ist das mit dem höchsten Verhältnis zwischen Prozessvolumen und Klarheit der Regeln — bei dem der Agent innerhalb weniger Wochen messbaren Wert schaffen kann, nicht in einem mehrjährigen Programm.
Das ist die Assessment-Arbeit, die wir mit jedem Kunden machen, bevor wir irgendeinen Agenten bauen: SAP-Prozesse kartieren, den mit der höchsten Wirkung identifizieren und dort beginnen. Wenn Sie wissen wollen, welcher der richtige erste Anwendungsfall für Ihr Unternehmen wäre, sprechen wir darüber — oder entdecken Sie, wie wir bei KI-Agenten auf SAP Joule arbeiten.